Erhaltung und Hochbau

Der Bereich Erhaltung des Referats 'Erhaltung und Hochbau' (B4) unterstützt die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) bei der Verwaltung ihres Bauwerksbestandes mit modernen Werkzeugen des Infrastrukturmanagements. Die Hauptaufgabe besteht darin, Informationen für Entscheidungsträger zusammen zu stellen und aufzubereiten, so dass diese in die Lage versetzt werden, objektive Entscheidungen unter Berücksichtigung des gesamten Bestandes zu treffen.

Die Basis sind Daten über den Bauwerksbestand, die aktuell, umfassend und in hoher Qualität zur Verfügung stehen müssen. Das Referat berät die WSV bei Aufstellung, Füllung, Qualitätssicherung und Weiterentwicklung der entsprechenden Datenbanken. Im Rahmen der Bauwerksinspektion werden aktuelle Zustandsinformationen über die Bauwerke gesammelt. In diesem Kontext gehören die Verwaltungsvorschrift VV-WSV 2101 Bauwerksinspektion und die Software WSVPruf, deren Entwicklungen maßgeblich begleitet wurden, sowie die zur fachlichen Unterstützung der Inspektion aufgestellten BAW-Merkblätter zum Arbeitsgebiet des Referats. Mit Hilfe von aufgestellten Modellen können die zukünftige Entwicklung des Bauwerkszustandes prognostiziert werden und technisch begründete Eingreifzeitpunkte ermittelt werden. Zur Abschätzung des Instandsetzungsumfangs wird neben pragmatischen Ansätzen, die kurzfristig Abschätzungen ermöglichen, langfristig eine Verknüpfung der vorhandenen Datenbanksysteme für Ausschreibung, Vergabe und Abrechnung sowie der Anlagenbuchhaltung und des Controllings über Schnittstellen verfolgt. Die Begleitung der Umsetzung der Zentralinstallationen sowie die Gestaltung der Schnittstellen fallen in das Arbeitsgebiet des Referats.

Abschließend müssen diese Informationen mit Entscheidungshilfen verknüpft werden. Dazu beschäftigt sich das Referat mit Risikoansätzen für Infrastrukturbauwerke. Neben der Bestimmung der Eintrittswahrscheinlichkeiten von Schadensereignissen, die über die Bauwerksinspektion hinaus gehende Informationen über die Bauwerke benötigen, spielt dabei die Berücksichtigung des Schadensausmaßes bei Eintritt eines Schadens eine maßgebende Rolle. Die Betrachtung des Netzwerks bzw. einzelner Korridore, bei denen das schwächste Glied in der Kette die Leistungsfähigkeit bestimmt, ist dabei ebenfalls von großer Bedeutung. Die Bearbeitung erfolgt in Kooperation mit Hochschulen und im Rahmen des Expertennetzwerks des BMVI.

Der Bereich Hochbau des Referats 'Erhaltung und Hochbau' (B4) berät die Dienststellen der WSV und das BMVI bei der Bearbeitung von gestalterischen Grundsatzaufgaben und hochbaulichen Fragestellungen. Neben der Berücksichtigung aktueller Entwicklungen zu den Themen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit spielt dabei die Standardisierung von funktionalen Gebäuden wie Leitzentralen und Außenbezirken eine vordringliche Rolle. Modulare Baukästen ermöglichen dabei eine genügende Anpassung an die individuellen Bedürfnisse sowie den städtebaulichen Kontext bzw. an das sie umgebende Landschaftsbild. Dabei werden auch im Rahmen der Möglichkeiten aktuelle Baumaßnahmen – in der Regel von Leistungsphase 1 bis 3 – begleitet.

Ein weiterer Themenschwerpunkt ist Building Information Modeling (BIM) für den Bereich der Verkehrswasserbauwerke. Das Referat B4 entwickelt seine Hochbaukonzepte anhand von 3D-Modellen (Little BIM). Diese Modelle/Visualisierungen bieten eine optimale Kontrolle und Entscheidungssicherheit in jeder Projektphase und unterstützen die Verständlichkeit der Konzepte. Des Weiteren können diese für energetische und bauphysikalische Untersuchungen herangezogen werden.

Darüber hinaus werden im Rahmen des Pilotprojekts „BIM in der WSV“ Standards geschaffen, die eine Umsetzung des Stufenplans „Digitales Bauen“ des BMVI für den Bereich der Bundeswasserstraßen sicherstellen. Parallel werden Ansätze für die Anwendung von BIM im gesamten Lebenszyklus der Bauwerke verfolgt.

Themen Bautechnik