Geohydraulische Messungen

Geohydraulische Messungen werden sowohl zur Erfassung der bestehenden Grundwasserverhältnisse als Grundlage für die Prognose der Veränderungen durch Maßnahmen an Bundeswasserstraßen im Rahmen von Planfeststellungsverfahren oder hydrogeologischen Gutachten und zur Grundwasserbeweissicherung als auch zur Ermittlung der Grundwasserdruck- und Strömungsbelastung von Beton- und Erdbauwerken oder Baugruben und zur Bauwerksüberwachung benötigt.

Geohydraulische Messungen können mit offenen oder geschlossenen Grundwassermessstellen erfolgen. Auswahl und Ausbau der Grundwassermessstellen erfolgen auf Grundlage der DIN EN ISO 22475-1: 2007-1: Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Probenentnahmeverfahren und Grundwassermessungen – Teil 1: Technische Grundlagen der Ausführung. Offene Grundwassermessstellen werden in Böden oder Fels mit mittlerer oder hoher Durchlässigkeit eingesetzt. I. A. sind sie ungeeignet zur Messung rascher Porenwasserdruckänderungen in gering durchlässigen Böden oder Fels. Offene Grundwassermessstellen beinhalten einen Filter sowie ein Standrohr, das sich bis zur Geländeoberfläche erstreckt und über das ein Ausgleich mit dem atmosphärischen Druck erfolgt. Bei offenen Grundwassermessstellen kann die Ermittlung des Wasserstandes im Standrohr durch manuelle Messung mittels Lichtlot oder automatisiert durch einen Druckaufnehmer im Standrohr mit Übertragung der Messwerte zu einem Datenlogger erfolgen. Geschossene Grundwassermessstellen, die zur Messung schneller Porenwasserdruckänderungen insbesondere in geringdurchlässigen Böden oder Fels eingesetzt werden, bestehen dagegen aus einem von einem Filter umgebenen Druckaufnehmer, der unmittelbar in den Boden eingebaut wird und nicht wieder ausgebaut werden kann. Die Messdatenerfassung erfolgt ebenfalls durch einen an der Geländeoberfläche installierten Datenlogger.

Die BAW erstellt detaillierte Vorgaben für die Auswahl und den Ausbau der Grundwassermessstellen und die geeignete Messtechnik projektspezifisch in Abhängigkeit von den örtlichen Randbedingungen und den erforderlichen Messdaten, überwacht die Herstellung der Messstellen und den Einbau der Messtechnik und wertet die Messdaten aus. Für besondere Messungen (z. B. Grundwasserdruckmessungen unter Wehr und Schleusensohlen) kommen dafür eigens entwickelte Messsysteme zum Einsatz (Bild 1).