GBBSoft - Soft­ware zur Bemessung von Böschungs- und Sohlen­sicherungen an Binnen­wasser­straßen

Mit Erlass vom 16.09.2008 wurde die Software GBBSoft zur Bemessung von Böschungs- und Sohlensicherungen an Binnenwasserstraßen für die Anwendungsfälle, die durch Regelbauweisen nicht abgedeckt sind, im Geschäftsbereich der WSV eingeführt.

GBBSoft enthält die Berechnungsansätze und Bemessungskonzepte des 2004 von der BAW herausgegebenen Mitteilungsblatts Nr. 87 'Grundlagen zur Bemessung von Böschungs- und Sohlensicherungen an Binnenwasserstraßen'. Hierin wird ein neues allgemeineres Bemessungskonzept vorgestellt, das Lösungen für vom Standardmaß abweichende Bedingungen anbietet. In einer umfangreich überarbeiteten und aktualisierten Fassung liegt das GBB seit 2011 vor.

Das IT-Verfahren GBBSoft soll die Anwendung des GBB

  • vereinfachen und verkürzen, insbesondere bei der Suche nach optimalen Lösungen,
  • sicherer machen, Verständnis- und Rechenfehler bei der Anwendung der z.T. komplexen Algorithmen vermeiden helfen und
  • Doppelarbeit vermeiden, die anfiele, wenn sich jeder Anwender die z. T. iterativen Algorithmen selbst programmieren würde.

GBBSoft ermittelt Belastungen auf Uferböschungen, die aus dem Primär- und Sekundärwellenfeld von typischen Binnenschiffen (z. B. Motorgüterschiff, Schubverband, Sportboot) in stationärer, uferparalleler Fahrt in einem prismatischen, trapezförmigen Gewässerquerschnitt resultieren. Belastungen auf Sohle und Uferböschungen aus dem Schraubenstrahl des Hauptantriebs und einem Bugstrahlruder (propulsionsbedingte Belastungen) können für Manöversituationen (vernachlässigbare Schiffsgeschwindigkeit) bei beliebiger Strahlrichtung errechnet werden.

Aus den schiffsinduzierten Belastungen wie Rück- und Wiederauffüllungsströmung sowie Schraubstrahl und Heckwellenhöhe errechnet GBBSoft die erforderliche Einzelsteingröße eines losen Schüttsteindeckwerks, um die Oberflächenerosion der Deckwerksteine zu vermeiden oder zumindest stark zu begrenzen. Diese Dimensionierungsaufgabe wird "hydraulische Bemessung" genannt.

Die "geotechnische Bemessung" zielt auf die notwendige Deckschichtdicke, um die lokale Standsicherheit (Vermeidung von Rutschungen in einer böschungsnahen Gleitfuge bzw. von hydromechanischen Bodenverlagerungen) zu gewährleisten. Die globale Standsicherheit (Betrachtung einer tiefen Gleitfuge) wird nicht nachgewiesen. Zur Verbesserung der Stabilität können verschiedene Deckwerkstützungen wie u. a. Fußeinbindung oder Fußvorlage gewählt werden. Dabei wird z. B. die Tiefe der Fußeinbindung einstellbar automatisch variiert, um dem Anwender die optimale Auslegung des Deckwerks zu erleichtern.

Bemessungssoftware