Wasserstraße und Umwelt

Seit jeher spielen Gewässer eine besondere Rolle im Leben der Menschheit, zur Wasserversorgung, als Transportwege, zur Energiegewinnung und nicht zuletzt für Freizeit und Erholung. Um diese verschiedenen Bedürfnisse zu befriedigen, wurde vielerorts in den natürlichen Zustand eingegriffen, die Gewässer umgestaltet und aufgestaut. Dies wirkt sich stark auf den Lebensraum für Tiere und Pflanzen aus. Vor allem Stauanlagen schränken mit ihren Bauwerken die ökologische Durchgängigkeit der Flüsse für Lebewesen, aber auch für den Transport von Flusssedimenten, stark ein. Dies ist insbesondere für Fische ungünstig, die auf die Vernetzung ihrer Laich-, Aufzucht- und Nahrungsgebiete über große Entfernungen hinweg angewiesen sind.

Aus diesem Grund sehen europäische Umweltnormen wie die EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), die Fauna-Flora-Habitat- und die Aalschutzrichtlinie vor, die ökologische Durchgängigkeit wieder herzustellen und Fauna und Flora der Gewässer zu schützen und zu fördern. In Deutschland wird in §34 des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) von 2009 geregelt, dass die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) an von ihr errichteten oder betriebenen Stauanlagen Maßnahmen zur Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit an Bundeswasserstraßen durchzuführen hat.

Im Auftrag des Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) berät die Bundesanstalt für Wasserbau gemeinsam mit der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) bei der Gestaltung dieses Prozesses. Hierzu werden neben der Veröffentlichung von Planungshilfen wie der Arbeitshilfe Fischaufstiegsanlagen an Bundeswasserstraßen und dem BAWBrief 02/2016 „Anforderungen an die Planung von Fischaufzügen und Fischschleusen“ Forschungs- und Entwicklungsprojekte durchgeführt, die sich mit den hydraulischen Gegebenheiten von Fischaufstiegsanlagen sowie mit dem Fischverhalten in konkreten Situationen beschäftigen. Hierzu werden einerseits gegenständliche und numerische Modelle eingesetzt, andererseits wird an mehreren Pilotanlagen mit unterschiedlichen Schwerpunkten hinsichtlich Auffindbarkeit und Passierbarkeit von Fischaufstiegsanlagen geforscht.

Darüber hinaus bringt die BAW ihre Fachkenntnis in einer Reihe von Arbeitsgruppen mit ökologischem Bezug ein. Hier sind vor allem die Interministerielle Arbeitsgruppe zum Bundesprogramm Blaues Band Deutschland, dem Fachkreis Naturschutz und Landschaftspflege in der WSV oder dem Erfahrungsaustausch zur Umsetzung der WRRL zu nennen. Daneben arbeitet die BAW in normgebenden Verfahren mit.

Themen Wasserbau