Rammerschütterungen am Seitenkanal Ladenburg
Das WSA Heidelberg saniert derzeit den Seitenkanal Ladenburg zwischen Ne-km 8,90 und 12,36 (Bild 1). Die Standsicherheit der Böschungen war infolge Überbeanspruchung durch Bugstrahlruder, Schraubenwasser und Wellenschlag langfristig nicht mehr gegeben. Der Kanal wird als Rechteckprofil beidseitig in Spundwandbauweise ausgebaut. In Ufernähe des Ausbaubereiches befinden sich Industrieanlagen und ca. 150 Wohngebäude. Das Referat Baugrunddynamik (BD) hat in Vorbereitung des Planfeststellungsverfahrens die Auswirkungen von Rammerschütterungen auf anliegende Gebäude und deren Bewohner sowie auf Industrieanlagen in einem Erschütterungsgutachten prognostiziert und Empfehlungen für die Beweissicherung erarbeitet. Grundlage für die Prognose von Erschütterungen bei Baumaßnahmen bildet die jahrelange Sammlung von Messergebnissen von Boden- und Bauwerksschwingungen für alle erschütterungsintensiven Bauverfahren und deren statistische Auswertung. Unterschiede in den Bodeneigenschaften konnten durch Korrelation der Schwingungsgrößen mit Sondierergebnissen der Böden berücksichtigt werden. Wegen des Neubaues von Industrieanlagen in unmittelbarer Nähe der Böschungskante erfolgten bei Baubeginn zunächst Proberammungen, die mit umfangreichen Schwingungsmessungen an den nächstliegenden Gebäuden und technischen Anlagen sowie an Bodenmesspunkten vom Referat BD begleitet wurden. Die Messergebnisse präzisierten die Erschütterungsprognose, insbesondere die Umsetzung der eingesetzten Rammenergie in Erschütterungen, die Schwingungsausbreitung im Boden und die Übernahme von Bodenschwingungen durch Bauwerke und Industrieanlagen. Auf der Grundlage der Ergebnisse der Proberammungen wurde der Beweissicherungsbereich erweitert und ein Sicherheitsabstand für Vibrationsrammung im Bereich der Industrieanlagen empfohlen. Die weiteren Rammarbeiten werden durch das Referat BD betreut, wobei die Schwingungsmessungen an ein Ingenieurbüro vergeben wurden.

