Ausbau des Dortmund-Ems-Kanals: Lose 2c, 3 und 4 mit Stever-Durchlass
Mit der vom WNA Datteln durchgeführten Baumaßnahme wurde ein rd. 8 km langes Teilstück des Dortmund-Ems-Kanals (DEK) auf die Wasserstraßenklasse Vb in Böschungsbauweise (Trapez-Profil) ausgebaut. In dem Abschnitt liegen bis zu ca. 10 m hohe Kanalseitendämme, bis zu 20 m tiefe Einschnitte und mehrere Kreuzungsbauwerke.
Streckenausbau
Der größte Teil der Strecke liegt in z. T. hoher Dammlage. Die Dämme wurden zunächst auf der Luftseite verbreitert und abgeflacht. Anschließend wurde das wasserseitige Kanalprofil aufgeweitet, dabei die vorhandene Lehmdichtung durch eine 30 cm dicke Tondichtung ersetzt und die Böschungen sowie die Sohle mit einem Deckwerk aus Wasserbausteinen gesichert.
Die BAW war während der gesamten Planungs- und Bauphasen in die Arbeiten eingebunden. Es wurde das Baugrundgutachten erstellt. Im Rahmen der Planung wurden spezielle Fragen des Erdbaus und der Böschungs- und Sohlensicherungen bearbeitet. Während der Bauausführung wurde fachtechnische Beratung z. B. zum Bodenaushub und zur landseitigen Vernässungen und Sickerwasseraustritten beim Öffnen der vorhandenen Lehmdichtung erforderlich. Im Rahmen der Qualitätssicherung der Deckwerksarbeiten war die BAW mit Kontrollprüfungen tätig.
Besonders sicherheitsrelevant ist in der Dammtrecke mit den eingebundenen Überführungsbauwerken die Dichtung des Kanals mit einer an der Unterseite des Deckwerks verlegten Oberflächendichtung. Die Dichtung war hier größtenteils unter Wasser herzustellen, was hohe Anforderungen an das Dichtungsmaterial und die Verlegetechnik stellt. Die zur Überwachung dieser Anforderungen notwendigen Kontrollprüfungen wurden in enger Zusammenarbeit zwischen WNA (Probennahme durch Amtstaucher) und BAW (Materialprüfung im Labor) durchgeführt.
Neubau des Stever-Durchlasses
Im Zuge des Kanalsaubaus war u. a. auch der Durchlass der Stever durch den Kanaldamm neu zu errichten. Der Neubau ersetzt die bisherige Kanalbrücke, über die der DEK die Stever überquerte. Der neue Durchlass ist ein rd. 100 m langes, 3-teiliges Rahmenbauwerk in Massivbauweise. Es wurde im Einschwimmverfahren hergestellt, wobei das rd. 70 m lange Mittelteil zunächst in einem seitlich vom Kanal angeordneten und mit Erddämmen und Spund-wänden eingefassten Trockendock errichtet wurde. Nach dem Fluten des Docks wurde der Trenndamm zwischen Trockendock und Kanalquerschnitt entfernt, das Bauwerk in eine vorher ausgebaggerte Querrinne eingeschwommen und abgesenkt. Anschließend erfolgte der Anbau der Ein- und Auslaufbauwerke in bis zu 16 m tiefen und speziell gesicherten Baugruben. Nach dem Verfüllen bzw. Verpressen von eventuellen Hohlräumen neben und unter dem Bauwerk wurde über dem Bauwerk das weitere Kanalprofil (Böschungen und Sohle mit Oberflächendichtung) hergestellt.
Die BAW erstellte das Baugrund- und Gründungsgutachten für das Bauwerk mit dem Trockendock und war während der Bauausführung beratend tätig. Vor der eigentlichen Baumaßnahme fanden umfangreiche Probebelastungen und Rammversuche zur Traglastermittlung von Verpressankern und Spundbohlen statt. Diese Versuche wurden von der BAW in Zusammenarbeit mit dem WNA konzipiert und ausgewertet.

