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Neubau Schleuse Bolzum

Die Abteilung Geotechnik ist vom Neubauamt für den Ausbau des Mittellandkanals in Hannover beauftragt, für den Ausbau des Stichkanals nach Hildesheim (SKH) und den Neubau der Schleusenanlage Bolzum die Baugrunderkundung durchzuführen. Begleitend erfolgt die Beratung zur Grundwasserhydrologie und zur Gründung.

Im Baufeld der Schleusenanlage (Bild 1) stehen im schnellen Wechsel Gesteine des Keupers, Muschelkalks und Buntsandsteins an, wobei in allen Zeitaltern Salze und Gips abgelagert wurden. Deren Auslaugung bewirkt die Bildung von Hohlräumen, die bis heute auch zu Erdfällen führen. Im Zuge der Baugrunderkundung konnte jedoch ein Baufenster ermittelt werden, in dem keine Hohlraumbildung zu erwarten ist. Die neue Schleuse wird deshalb nicht neben der alten sondern versetzt am Oberhaupt beginnend errichtet. Daraus ergibt sich eine aufwendige Gestaltung des unteren Vorhafens (Bild 2) neben der alten Schleuse, die während der Bauzeit im Betrieb ist und später als Denkmal erhalten bleibt, und einer Schleusenbaugrube im oberen Vorhafen des SKH. Diese Baugrube umfasst das Unterhaupt, die Schleusenkammer, das Oberhaupt und die Trossenfanggrube. Die Baugrubensohle liegt im Bereich des Unterhaupts rd. 17 m unterhalb des Kanalwasserspiegels. Da das gipsfreie Baufenster nicht groß genug ist, um auch die Trossenfangbaugrube darin zu gründen, wird diese auskragend an das Oberhaupt angehängt. Die Baugrubensohle verspringt dort durch einen gestaffelten Baugrubenverbau um ca. 9,0 m nach oben. Als Baugrubenumschließung wurde eine überschnittene Bohrpfahlwand hergestellt, die gleichzeitig als verlorene Schalung dient. Die Bohrpfahlwand ist unten zweilagig ausgesteift und hat oben zusätzlich eine Ankerlage (Bild 3). Schon beim Bohren der Bohrpfähle bzw. der Anker und beim späteren Aushub konnte die Grenzen der gipsfreien Gründungsfläche im Dezimeterbereich bestätigt werden. Die Baugrubensohle wird mit einer offenen Wasserhaltung, die aus Entspannungsbohrungen, Quergräben und Brunnen besteht, hergestellt. Für die Überprüfung der getroffenen Annahmen für die Bodenkennwerte wurden Extensometer, Inklinometer und Kraftmessdosen an Ankern und Steifen eingebaut. Zusätzlich wird das Grundwasser mit einem Monitoringprogramm sowohl im Baufeld als auch großräumig überwacht. Anhand dieser Messungen wurde ersichtlich, dass einer Wiederversickerung erforderlich ist, die mithilfe von Infiltrationsbrunnen ausgeführt wurde.


Literatur

Planungen zum Neubau der Schleuse Bolzum am Stichkanal nach Hildesheim Saathoff, Joachim; Krug, Maximilian; Binnenschifffahrt Supplement, ISSN: 0939-1916 Nr.12, 2006 Seite 39-43