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Optimierung der hydraulisch-morphologischen Situation zwischen Iffezheim und Mainz

Im Auftrag der Wasser- und Schifffahrtsdirektion (WSD) Südwest wird gemeinsam von den Bundesanstalten für Wasserbau (BAW) und für Gewässerkunde (BfG) eine Optimierungsstrategie hinsichtlich des Zusammenspiels von Flussregelung und Geschiebebewirtschaftung für die Strecke zwischen Iffezheim und Mainz erarbeitet.

Der Einsatz von Feststofftransportmodellen ist auf die Optimierung der verkehrswasserbaulichen Regelungs- und Unterhaltungsmaßnahmen ausgerichtet. Es erfolgt eine streckenbezogene Analyse mittels eines eindimensionalen Feststofftransportmodells im Abschnitt von Iffezheim (Rhein-km 334,0) bis Mainz (Rhein-km 498,3). Des Weiteren werden zweidimensionale morphodynamische Simulationen im Bereich von Iffezheim bis Speyer (Rhein-km 394,3) durchgeführt. Dieses zweidimensionale Modell erfasst sowohl die Geschiebebewirtschaftungs- als auch die Regelungsmaßnahmen in ihrer räumlichen und zeitlichen Auflösung und ermöglicht somit eine Optimierung der Unterhaltungsstrategien auf Grundlage ihrer hydromorphologischen Auswirkungen.

Einen weiteren wesentlichen Schritt zu einem besseren Verständnis vor allem der morpho-dynamischen Prozesse in der Rheinstrecke zwischen Iffezheim und Mainz bilden die Analyse und Bewertung des Ist-Zustandes der Strecke und Untersuchungen zur Wirksamkeit des Regelungssystems. Die problemorientierte Aufbereitung, Auswertung und Interpretation vorhandener Daten sowie die Identifikation der kausalen Abhängigkeiten stellen einen Schwerpunkt der derzeitigen Arbeiten dar.

Zur Analyse des Ist-Zustandes gehören auch die Überprüfung der Befahrbarkeit und das Aufzeigen fahrdynamischer Engstellen. Hierzu wurden bereits zwei Versuchsfahrten mit GMS und Schubverbänden unter Engpassbedingungen durchgeführt und hinsichtlich der Kursachsen, der Schiffsgeschwindigkeiten, der beanspruchten Verkehrsflächen und der notwendigen Sicherheitsabstände über die Analyse der Zusatzbreite aus Querversatz und Schlängelfahrt ausgewertet. Die Fahrversuche zeigen, dass mehr als doppelt so große Zusatzbreiten als in anderen Revieren angesetzt werden müssen, offenbar Folge der scharfen Buhnenregelung. Mit diesen Daten kann die örtlich erforderliche minimale Fahrrinnenbreite ermittelt werden. Diese bestimmt z.B. die maximal zulässige Vorstreckung von Buhnen. Weiterhin dienen die Fahrversuche der Verifikation fahrdynamischer Modellverfahren, mit denen Ausbausituationen fahrdynamisch bewertet werden können.

Die Empfehlungen zur Anpassung des Regelungssystems und zur künftigen Unterhaltungspraxis werden gemeinsam von BAW und BfG unter Berücksichtigung sämtlicher Untersuchungsinhalte erarbeitet werden.


Literatur

WSA Freiburg: Geschiebezugabe unterhalb Iffezheim, Situationsbericht, Stand Januar 1998

BAW: Bericht zur Bewertung der Strecke UW Iffezheim auf der Grundlage einer Literaturre-cherche zur Situation im Unterwasser der Staustufe Iffezheim. Karlsruhe, Juni 2006

BAW: Abschlussbericht zum physikalischen Modell Iffezheim. Karlsruhe, Juni 2008

BAW: Historische Entwicklung des Regelungssystems zwischen Iffezheim und Mainz. Im Entwurf, Karlsruhe, August 2008


Übersicht Modellbereich des eindimensionalen Feststofftransportmodells (FTM)