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Der Druck p in einem Wasserkörper mit variabler Dichte
und freier
Wasseroberfläche
ergibt sich gemäß
|  |
(1) |
|  |
(2) |
| A |
: |
atmosphärischer Anteil |
| H |
: |
hydrostatischer Anteil |
| N |
: |
nicht-hydrostatischer Anteil |
aus dem Luftdruck an der Wasseroberfläche, der durch das Gewicht der
Wassersäule verursachten Druckänderung sowie einem
nicht-hydrostatischen Druckanteil.
In einem Wasserkörper ist die Druckverteilung nur dann hydrostatisch,
wenn die zwischen zwei vertikal übereinanderliegenden Positionen vorhandene
Druckdifferenz ausschließlich durch das Gewicht der dazwischen liegenden
Wassersäule verursacht wird. Dies ist nur bei vollkommen ruhendem Wasser
(exakt) erfüllt. Jede vorhandene Strömung führt immer zu mehr oder
weniger großen Abweichungen vom hydrostatischen Zustand.
Ein bekanntes Phänomen mit nicht-hydrostatischer Druckverteilung sind
fortschreitende harmonische Wellen mit Wellenzahl k und kleiner Amplitude
a. Bei bekannter (ungestörter) Wassertiefe h ergibt sich die Zunahme
des Drucks p mit der Tiefe z gemäß
| ![\begin{displaymath}
p = \rho_0 g \left[ \eta \frac{\cosh k \left(h+z\right)}{\cosh kh} - z \right].\end{displaymath}](img13.gif) |
(3) |
Abbildung 9 zeigt eine schematische Darstellung der
Druckverteilung einer fortschreitenden Welle.
Abbildung 9:
Schematische Darstellung der
Druckverteilung unter einer nach rechts fortschreitenden harmonischen Welle.
Die Auslenkung der Wasseroberfläche ist stark überhöht dargestellt.
Neben dem (schematischen) Verlauf der Isobaren sind zusätzlich für
einige Positionen die Vektoren der lokalen Geschwindigkeit
und
Beschleunigung
dargestellt. Ferner die Schwerebeschleunigung
. Die rot eingefärbten Flächen zeigen die Druckabweichung
zum hydrostatischem Zustand ohne Welle.
![\begin{figure}
\centering
\includegraphics [height=\textwidth,angle=-90,clip=]{welle}\end{figure}](img17.gif) |
Unter einem Wellenberg wächst der Druck langsamer, unter einem Wellental
rascher als im hydrostatischen Zustand an. Hiermit korrespondieren die
Beschleunigungen, die unter einem Wellenberg in Richtung und unter einem
Wellental entgegen der Schwerebeschleunigung orientiert sind. Des
weiteren führen Wasserpartikel als Folge der permanent ihre Orientierung
ändernden Beschleunigung die bekannte Orbitalbewegung aus.
Die Frage, ob die Simulation eines natürlichen Systems hydrostatisch
oder nicht-hydrostatisch durchgeführt werden muß, kann nicht allgemein
gültig beantwortet werden. Eine Antwort ist u.a. davon abhängig,
welche Prozesse auf welchen zeitlichen und räumlichen Skalen (mikro,
meso, makro) für die jeweilige Fragestellung von Bedeutung sind bzw.
welche vernachlässigt oder (geeignet) parametrisiert werden können.
Die typischerweise hierfür relevanten physikalischen Prozesse wurden
schon an anderer Stelle diskutiert (siehe hierzu den Abschnitt
»Einsatzmöglichkeiten
«) in
Heft 4/1997 der Supercomputing News.
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Guenther Lang
6/29/1998