Infrastrukturmanagement

Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung verfügt über ein großes und vielfältiges Portfolio an baulichen Anlagen. Der Wert dieser Anlagen beträgt mehr als 50 Mrd. €. Überalterung und Investitionsstau stellen in der heutigen Zeit eine der größten Herausforderungen an Infrastrukturbetreiber dar, vor allem vor dem Hintergrund langer Planungs- und Ausführungszeiten.

Ein Erhaltungsmanagement dient dem frühzeitigen Erkennen, Bewerten und Priorisieren der erforderlichen Instandsetzungsmaßnahmen und ist damit ein unverzichtbares Instrument, um dieser Herausforderung zu begegnen. Dabei sind qualitativ hochwertige Daten, eine zielorientierte Aufbereitung sowie eine strukturierte und transparente Herangehensweise wesentliche Grundlagen.

Die erforderlichen Daten reichen von Grundlagendaten über Zustandsdaten bis hin zu Daten über Kosten von Instandsetzungs- und Neubaumaßnahmen. Die Integration der Datenerfassung und -pflege in Geschäftsprozesse soll zukünftig zunehmend die manuelle Erfassung ablösen und so zur Optimierung der Geschäftsprozesse beitragen. Perspektivisch wird auch Building Information Modeling (BIM) einen wichtigen Beitrag zur Optimierung der Datenqualität leisten.

Aktuell liegen Zustandsdaten von Verkehrswasserbauwerken, die durch regelmäßige Inspektionen gewonnen werden, flächendeckend vor. Durch die Gewinnung von Zustandskennzahlen aus Einzelschadensbewertungen können kondensierte Informationen für Entscheidungsträger aufbereitet werden. Ein entwickeltes Zustandsprognose-Verfahren ermöglicht eine Abschätzung der weiteren Entwicklung des Zustands sowie die Ermittlung eines technischen Eingreifzeitpunktes. Aktuell werden Kennwerte für potentielle Maßnahmen ermittelt und Kriterien zur Entscheidungsfindung erarbeitet.

Aufbauend darauf erfordert eine strukturierte und transparente Herangehensweise die Festlegung von Kriterien für die Priorisierung von Maßnahmen unter Berücksichtigung von bautechnischen und ökonomischen Gesichtspunkten. Perspektivisch sollen Risikoansätze in die Priorisierung einfließen, die derzeit in Zusammenarbeit mit Hochschulen und im Rahmen des BMVI-Expertennetzwerkes erarbeitet werden. Besondere Betrachtung erfordert dabei immer die Netzstruktur der Wasserstraßen mit geringer Redundanz und wenigen Umfahrungsmöglichkeiten.

Themen Bautechnik